vor 2 Wochen

Vom Windpark zum eigenen Energieversorgungsgeschäft
Wer Windparks plant und baut, kennt ihr wirtschaftliches Potenzial meist besser als jeder andere. Immer mehr Projektierer gehen deshalb den nächsten Schritt und vermarkten den erzeugten Strom selbst. Der Weg dorthin führt allerdings mitten durch die energiewirtschaftlichen Prozesse, mit allen ihren Regeln, Fristen und Marktrollen.
In der neuen Ausgabe der r.energy zeigt unser Leiter Vertrieb Mario Weber, worauf es beim Einstieg ankommt:
- Der Zeitpunkt passt: fast 30.000 Onshore-Windenergieanlagen mit über 68 GW installierter Leistung, auslaufende EEG-Förderung, Neuprojekte zunehmend ohne Förderung und ein Repowering-Anteil von rund einem Drittel bei den 2025 neu ans Netz gegangenen Anlagen.
- Welche Geschäftsmodelle infrage kommen: von der geförderten Direktvermarktung im Marktprämienmodell über PPA bis zur Kombination mit Speichern, inklusive Arbitrage und zusätzlicher Erlöse am Regelenergiemarkt.
- Worauf es ankommt: Marktkommunikation, Prognose, Handel, Bilanzkreismanagement, Abrechnung samt Ausfallarbeit unter Redispatch 2.0, bis zur Überführung aller Energiedaten in die Finanzbuchhaltung.
- Wo die Hürden liegen: die hohe Zahl an Marktpartnern, regulatorische Besonderheiten, steigende Prozesskosten. Und ein oft unterschätztes Thema: die Liquidität, wenn Redispatch-Entschädigungen erst mit deutlicher Verzögerung eintreffen.
Den vollständigen Fachartikel gibt es in der aktuellen r.energy. Das E-Paper steht kostenlos zur Verfügung: https://issuu.com/docs/d7f71646fd63bd743ce5351940db9a1e
Sie kommen aus der Windenenergiebranche und denken über den Einstieg in die Direktvermarktung nach oder wollen Ihren Kunden Folgekonzepte über den Anlagenbau hinaus anbieten? Dann melden Sie sich gern direkt bei uns!
Mario Weber ist außerdem in wenigen Wochen auf der WindEnergy Hamburg anzutreffen und freut sich auf den Austausch mit Ihnen. Vereinbaren Sie direkt einen Termin unter https://aktif.energy/ueber-uns/termine/treffen-sie-mario-weber-auf-der-wind-energy/ oder per Mail an .
vor 2 Wochen

Heute findet das dritte AKTIFe Firmenmeeting in diesem Jahr statt!
Der Stadthafen ist für uns längst ein fester Anlaufpunkt für unsere Events geworden. Auch heute versammelt sich so das gesamte Team zum dritten Firmenmeeting des Jahres, dieses Mal in der neuen Location FREIRAUM.Punkt.1.
Noch bis 14 Uhr erwartet uns eine volle Agenda:
- Aktuelles zum Unternehmen von unserem Geschäftsführer Lars Ehrler
- Neues aus Software & Projekten sowie dem Produktteam
- Eine kurze Datenschutzschulung
- Einblicke aus Dienstleistung, Vertrieb und Marketing
- Updates aus Personal & Recruiting
- Arbeitssicherheit und Brandschutz – mit anschließender Evakuierungsübung auf dem Firmengelände
Danke an alle, die heute vortragen sowie organisiert und für leckere Verpflegung gesorgt haben!





vor 2 Wochen

In wenigen Wochen ist es schon wieder Zeit für das neue Release des AKTIF®dataService. Für unsere Anwender gab es deshalb bereits heute das zugehörige Webinar mit allen Infos!
Der Markt steht nicht still: neue Formatversionen, angepasste Prozesse, geänderte Vorgaben. Jedes neue Release bildet genau das in unserer Software ab. Im Workshop zeigen wir, was sich konkret ändert und was unsere Kunden in Zukunft erwarten wird.
Was wir gemeinsam durchgehen:
- Was sich konkret in der Software ändert.
- Was das im Tagesgeschäft bedeutet, u.a. hinsichtlich der Änderungen bei der Fernsteuerbarkeit, sowie Anpassungen bei der Rechnungsprüfung, Abrechnung und Co.
Die zahlreichen Anpassungen erledigen wir wie immer im Hintergrund. Die gewohnten Abläufe unserer Kunden bleiben ungestört, die Schnittstellen laufen stabil und Sie können sich ganz auf Ihr Daily Business konzentrieren.
vor 3 Wochen

Heute rollt wieder der Ball in der Bundesliga – und damit startet auch die Tippgemeinschaft bei AKTIF!
Die Bundesliga-Tippspielrunde wird seit einigen Jahren von den Kolleginnen und Kollegen organisiert und findet großen Anklang. Um welchen Preis es hierbei geht, zeigt das Bild: Ein handgefertigter Holzpokal von unserem Kollegen Simon Zenker. Bei einigen Kolleginnen und Kollegen ziert so ein Unikat inzwischen den Schreibtisch. 2024 ging die Trophäe etwa mit 410 Punkten an unsere Katja Matern.
Leichter wird das Tippen in dieser Saison auf jeden Fall nicht, denn:
- Das Auftaktspiel heute Abend ist mit Bayern gegen Stuttgart direkt ein echtes Highlight
- Schalke ist zurück in der Liga, das spannende Revierderby steht somit wieder an
- Und mit der SV Elversberg tippt man erstmals auf den kleinsten Standort der Bundesliga-Geschichte
Wer am Ende vorn liegt, wissen wir am 22. Mai 2027. Bis dahin gilt: jede Woche neu richtig oder daneben liegen. Denn Prognosen sind bei uns beruflich zwar durchaus ein Thema, allerdings mit einer etwas belastbareren Datengrundlage als beim Tippschein.
Wir wünschen viel Erfolg und einen guten Saisonstart!
vor 1 Monat

Heute in genau sechs Monaten sind wir wieder in Essen!
Vom 16. bis 18. Februar findet die E-world energy & water 2027 in Essen statt und AKTIF ist natürlich wieder mit dabei. Auch im kommenden Jahr werden wir hier unsere umfassende prozessuale Expertise präsentieren und den direkten Austausch zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen hinsichtlich Energieversorgung, Direktvermarktung und Co. suchen.
Ein halbes Jahr vorher lohnt sich schon ein Blick auf das, was die Branche in Essen erwartet. Der Veranstalter meldet für 2027:
- Mehr Fläche: Die E-world belegt erstmals auch die Hallen 7 und 8
- Neues Schwerpunktthema „Resiliente Infrastrukturen“: von IT-Sicherheit und dem Schutz digitalisierter Netze über Versorgungssicherheit bis zu Klimaanpassung und kommunaler Planung.
- Bequemere Anreise: Zum ersten Mal öffnet der Eingang Ost – gute Nachrichten für alle, die mit dem ÖPNV kommen.
Alle Infos zur Messe selbst, inklusive Hallenplan 2027, gibt es hier: https://e-world-essen.com/
Wir freuen uns!
vor 1 Monat
Unser Geschäftsführer Lars Ehrler erläutert in der e|m|w wie wir in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg die Qualität unserer Reststromprognosen optimiert haben.

Plötzlich fließen null Kilowattstunden aus dem Netz – und die Lastprognose gerät ins Wanken.
Genau so ein Fall aus dem Anwenderalltag war für uns der Auslöser, das Thema Prognosequalität einmal wissenschaftlich zu durchleuchten. Das Ergebnis gibt es ab sofort in der aktuellen Ausgabe des energate-Magazins e|m|w nachzulesen. „Bedarfsprognosen auf dem Prüfstand“ lautet passenderweise der Titel des Fachbeitrags von unserem Geschäftsführer Lars Ehrler.
Der Hintergrund: Immer mehr Gewerbekunden und Haushalte erzeugen ihren Strom per PV-Anlage selbst. Für Energieversorger verändert das die Restbedarfsermittlung grundlegend. Klassische Lastprognosen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen.
Gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sind wir der Frage nachgegangen, wie sich das lösen lässt. In seiner Masterarbeit hat Jonas Hoffmann, Student der Angewandten Mathematik, statistische Prognoseverfahren an realen Verbrauchsdaten getestet.
Was dabei herauskam:
- Schon relativ einfache statistische Verfahren liefern brauchbare Prognosen – vorausgesetzt, die Datenbasis ist stabil.
- In gleichmäßigen Monaten (etwa im Frühjahr) ist die Genauigkeit hoch, in Wintermonaten mit Lastspitzen wird es deutlich anspruchsvoller.
- Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Temperatur und Restbedarf ließ sich nicht nachweisen – betriebliche Effekte wiegen oft schwerer als das Wetter.
- Bei Kunden mit eigener PV-Erzeugung lohnt es sich, Restbedarf und Eigenproduktion getrennt zu betrachten.
Für Energieversorger, Direktvermarkter und Bilanzkreisverantwortliche steckt darin ein handfester Ansatzpunkt, mit dem sich Prognosefehler reduzieren und die Beschaffungsplanung stabilisieren lassen.
Und noch etwas nehmen wir mit: Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis zahlt sich für beide Seiten aus. Studierende arbeiten an echten Fragestellungen des Energiemarktes, wir gewinnen wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer Lösungen.
Den vollständigen Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der e|m|w gibt es hier:
vor 2 Monaten

Spanien ist Weltmeister! Und bei AKTIF gibt‘s auch einen Titelträger: Simon Zenker holt sich das WM-Tippspiel!
Am Sonntag hat Spanien sich in New Jersey mit 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien zum Weltmeister 2026 gekrönt.
Doch nicht nur Ferran Torres, Lamine Yamal und Co. hatten Grund zum Feiern. Nachdem Simon bereits unser Bundesliga-Tippspiel der vergangenen Saison für sich entschieden hat (hier ist auch das Beitragsbild entstanden), setzt er jetzt noch einen drauf und gewinnt mit starken 251 Punkten auch das WM-Tippspiel.
Dieser Sieg sorgt zudem für eine Besonderheit, denn normalerweise ist Simon derjenige, der bei uns die Pokale in Handarbeit anfertigt. Was sich die Kolleginnen und Kollegen stattdessen für ihn einfallen lassen, steht deshalb noch in den Sternen. Aufgelöst wird das Ganze beim nächsten Firmenmeeting – wir sind gespannt!
Herzlichen Glückwunsch und danke an alle, die mitgetippt und mitgefiebert haben!
vor 2 Monaten

Sommer, Sonne, Ferienzeit!
Heute fällt in Brandenburg der Startschuss in die Sommerferien. Damit beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Ausschlafen statt Wecker, Eis statt Meeting, Meer statt Monitor.
Auch bei AKTIF freuen wir uns natürlich mit allen, die jetzt ihre Koffer packen. Ob große Reise oder Balkonien: Wir wünschen euch Erholung, viel Zeit für die Menschen, die euch wichtig sind, und den einen oder anderen Moment, an den ihr euch noch lange erinnern werdet. Als kleines Goodie gab es hierfür zu unserem Sommerfest eine praktische Strandtasche für alle Kolleginnen und Kollegen, die vor Nässe und Sand schützt und jetzt im Urlaub sicher nützlich sein kann.
Ein besonderes Dankeschön geht auch an alle, die in den kommenden Wochen die Stellung halten. Euer Einsatz macht den Unterschied und sorgt dafür, dass die anderen beruhigt abschalten können.
Kommt gut erholt, gesund und voller neuer Ideen zurück!
vor 2 Monaten

„Werden Sie Ihr eigener Direktvermarkter!“ – Dieser Slogan prägte 2026 den Messeauftritt der AKTIF Unternehmensgruppe zur „The Smarter E Europe“. Inzwischen steht fest, dass der thematische Aufhänger seine Wirkung nicht verfehlt hat. Insgesamt führte das Team in diesem Jahr so viele Gespräche wie noch nie zuvor im Rahmen von Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, die vom 23. bis 25 Juni die unterschiedlichsten Akteure aus den Bereichen Solar, Speicher, E-Mobilität und Energiemanagement in München zusammenbrachte.
Neben dem Austausch mit Bestandskunden freute sich die AKTIF-Mannschaft vor Ort insbesondere über die zahlreichen Neukontakte, die sich für das Software- und Dienstleistungsangebot im Umfeld der Direktvermarktung inklusive Belieferung interessierten. Es konnte anhand vielfältiger Beispiele fachkundig aufgezeigt werden, wie sich mit der richtigen Unterstützung aus vorhandener Erzeugung zusätzliche Wertschöpfung generieren lässt. Beim Publikum kam diese Ausrichtung, die vor allem Betreiber von Post-EEG-Anlagen, Projektierer von PV- und Windkraftanlagen sowie regionale und kommunale Energiegenossenschaften ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückte, sehr gut an.
Prozessexpertise und Dienstleistungsspektrum überzeugt
Der Großteil der lösungsbezogenen Anfragen zielte auf passgenaue Dienstleistungen – ein deutliches Votum für den „as a Service“-Ansatz auf Basis der „AKTIF smart&easy“-Plattform. Der Trend dahinter ist unverkennbar: Die Erzeuger erneuerbarer Energien wollen Vermarktung und Belieferung zunehmend selbst in die Hand nehmen, diekomplexen Marktprozesse von Marktkommunikation über Abrechnung bis Redispatch aber in erfahrene Hände geben. Genau dafür steht das AKTIF-Versprechen „Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, wir erledigen den Rest für Sie“.
Energieversorgung auf Basis von Erneuerbaren ist keine Zukunftsmusik
Der Tenor der Unterhaltungen am AKTIF-Stand unterstreicht nicht zuletzt die zentrale Botschaft der Messe, auf der sich in diesem Jahr rund 2.650 Austeller aus 52 Ländern vor insgesamt etwa 105.000 Fachbesuchern aus 163 Ländern präsentierten. Laut des Abschlussberichts des Veranstalters konnte die „The Smarter E Europe“ ein starkes Signal setzen und zeigen, wie eine zukunftsfähige Energiewelt aussieht. Es besteht kaum noch ein Zweifel daran, dass regenerative Energien die Versorgung – mit den richtigen Weichenstellungen – bereits heute rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche zuverlässig, sicher und kostengünstig gewährleisten können. An innovativen und marktreifen Produkten – vom virtuellen Kraftwerk über intelligente Netz- und Laststeuerung, smarte Ladelösungen, Speichertechnologien, PV-Hybridanlagen oder digitale Plattformen, die Energieflüsse transparent und flexibel steuern – mangelt es nicht.
Dreh- und Angelpunkt erfolgreicher Geschäftsmodelle ist dabei eine schlanke und effektive Abbildung der damit einhergehenden energiewirtschaftlichen Marktprozesse. Hier kann AKTIF dank der langjährigen Expertise im Hinblick auf die spezifischen operativen und regulatorischen Herausforderungen gezielt unterstützen. Wie sich dies im Detail darstellt, wurde in den vielen Unterhaltungen während der Messe überzeugend vermittelt.
Mit diesem Rückenwind geht es für die AKTIF-Unternehmensgruppe in die zweite Jahreshälfte – und schon jetzt richtet sich der Blick auf die nächste „The smarter E Europe“, die im kommenden Jahr vom 8. bis 10. Juni stattfindet.





vor 3 Monaten
Unser Leiter Vertrieb Mario Weber antwortet auf eine Anfrage der ZfK

Im Zuge einer Anfrage der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) gab unser Leiter Vertrieb Mario Weber kürzlich seine Einschätzungen zum Thema Energy Sharing ab. Klar ist: Das Konzept hat Potenzial, aktuell gibt es jedoch noch einige Hürden für die Umsetzung. Den ganzen Artikel, in den seine Antworten eingeflossen sind, gibt es hier zum Nachlesen (hinter Paywall): https://www.zfk.de/digitalisierung/woran-es-beim-energy-sharing-aktuell-noch-hakt
1. Wie bewertet AKTIF den aktuellen Umsetzungsstand von Energy Sharing aus Sicht der Marktkommunikation und IT-Systeme?
Man muss bei der Bewertung zwei Fälle klar trennen. Werden alle Beteiligten vom selben Lieferanten beliefert oder nicht? Haben alle denselben Lieferanten, ist die Umsetzung schon heute kein großes Problem, weil alle Mengen in einem Bilanzkreis zusammenlaufen. Sobald die Lieferanten getrennt sind, ist Energy Sharing ohne die passende Messtechnik jedoch schlicht nicht möglich. Genau hier liegt die zentrale Grundvoraussetzung: der Smart-Meter-Rollout. Und da steht Deutschland im internationalen Vergleich mit einstelligen Prozentwerten leider noch ganz am Anfang. Solange die intelligenten Messsysteme fehlen, bleibt vieles Theorie.
2. Welche Marktprozesse und Datenflüsse sind aus Ihrer Sicht besonders betroffen, wenn Strom künftig zwischen einer erzeugenden und einer oder mehreren verbrauchenden Marktlokationen geteilt wird?
Für das Energy Sharing sollen ja keine gesonderten Marktkommunikationsprozesse geschaffen werden, man setzt hier auf die bestehenden Abläufe. Bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG nimmt der Vermieter auch keine Marktrolle als Lieferant ein, sondern regelt das Sharing über den Mietvertrag. Die eigentliche Aufteilung der Mengen muss dann über den Netzbetreiber laufen, der dafür ein Portal bereitstellen soll – was bislang aber noch nicht gängig ist. Beim Energy Sharing nach § 42c EnWG, etwa wenn ein Vater seine Tochter an einem anderen Ort mitversorgt, kommt allerdings ein zusätzlicher Datenfluss hinzu: Der Reststromlieferant muss über die gesharten Mengen informiert werden, sonst kann er nicht korrekt abrechnen.
3. Welche Anpassungen werden bei Marktkommunikation, Schnittstellen und Datenformaten voraussichtlich nötig?
Bei den Datenformaten sehen wir keinen Bedarf für Änderungen. Bestehende Formate wie MSCONS oder EDIFACT reichen für die Abbildung aus, neue Formate braucht es dafür nicht. Die eigentlichen Anpassungen liegen eher in den Prozessen: Es muss sichergestellt sein, dass die Mengeninformationen zuverlässig zwischen den Marktpartnern fließen, insbesondere die Information an den Reststromlieferanten über die gesharten Mengen.
4. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für ERP-, Abrechnungs-, Marktkommunikations- und Messsysteme?
Die größte Herausforderung ist die Abbildung und Berechnung der Umverteilungen in den Systemen. Die Abrechnungsmodelle müssen dynamisch werden und mit Zeitreihen umgehen können – das ist ein deutlicher Unterschied zur klassischen Abrechnung. Hinzu kommt eine bislang ungeklärte rechtliche Frage: Wenn gesharter Strom über das öffentliche Netz fließt, ist offen, wer die Netznutzung sowie die damit verbundenen Kosten und Risiken trägt. Solange das nicht geklärt ist, fehlt eine verlässliche Grundlage.
5. Welche Rolle spielen Berechnungsformeln, Verwendungszwecke und die Zuordnung von Marktlokationen für die praktische Umsetzung?
Sie sind der Kern der praktischen Umsetzung. Entscheidend ist, dass die Systeme sauber abbilden, welche Menge von welcher erzeugenden Marktlokation an welche verbrauchende Marktlokation geteilt wird – und das über Zeitreihen hinweg. Über die Zuordnung und die Verwendungszwecke entscheidet sich, welche Mengen als gesharte Mengen und welche als Reststrom behandelt werden. Ist diese Berechnung sauber definiert, lassen sich die Umverteilungen auch korrekt abrechnen. Ist sie es nicht, wird es in der Praxis schnell unübersichtlich.
6. Wie aufwendig dürfte die Abgrenzung zwischen Energy-Sharing-Mengen und Reststrommengen in der Praxis werden?
Der Aufwand hängt stark davon ab, ob die Abrechnungssysteme bereits dynamisch mit Zeitreihen arbeiten. Die Abgrenzung selbst ist im Prinzip klar – aus der gemessenen Gesamtmenge wird die gesharte Menge herausgerechnet, der Rest ist Reststrommenge –, aber sie muss eben auf Viertelstundenbasis erfolgen, und der Reststromlieferant muss die entsprechenden Mengen erhalten. Wo Systeme das heute schon können, ist es beherrschbar. Wo nicht, wird es aufwendig.
7. Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass Energy Sharing zunächst rechtlich möglich ist, aber systemseitig noch nicht durchgängig standardisiert abgebildet werden kann?
Diese Gefahr sehen wir klar. Energy Sharing kann rechtlich möglich werden und in der Praxis trotzdem an der fehlenden Standardisierung und an den noch nicht existierenden Portalen der Netzbetreiber scheitern. Dazu kommt die offene Frage der Netznutzung und der Kostentragung. Rechtlicher Rahmen und systemseitige Umsetzbarkeit laufen hier derzeit auseinander.
8. Was sollten Stadtwerke, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber bereits jetzt vorbereiten, um nicht von den kommenden Anforderungen überrascht zu werden?
An erster Stelle steht für Stadtwerke und Netzbetreiber, den Smart-Meter-Rollout konsequent voranzutreiben – ohne flächendeckende Messtechnik bleibt alles andere Stückwerk. Zweitens sollten die Abrechnungssysteme daraufhin geprüft werden, ob sie bereits dynamisch mit Zeitreihen arbeiten können, viele Häuser setzen hier ja schon entsprechende Lösungen ein. Und Netzbetreiber sollten die Bereitstellung der nötigen Portale für die Mengenaufteilung frühzeitig einplanen.