AKTIF Blog

Austausch in „VUCA“-Zeiten: Das AKTIF-Anwendertreffen führte 2026 nach Würzburg

5 days ago

Das Akronym VUCA bringt die aktuelle Situation im Energiemarkt auf den Punkt: Volatility (Volatilität), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Bereits am ersten Tag des AKTIF Anwendertreffens 2026 wurde dabei auf spielerische Art und Weise deutlich, dass Herausforderungen – egal welcher Art – im Team immer besser zu bewältigen sind.

Auch in diesem Jahr stieß die Einladung zum traditionellen AKTIF-Anwendertreffen bei zahlreichen Unternehmen, in deren Reihen die AKTIF-Software und -Services zum Einsatz kommen, auf Anklang. Mehr als 30 Gäste aus der gesamten Bundesrepublik traten die Reise nach Würzburg – dem diesjährigen Austragungsort – an. Sowohl der geschichtsträchtige Charme der fränkischen Stadt als auch der pünktlich gelieferte Sonnenschein sorgten am 16. September 2026 vom Start weg für ein wohliges Willkommen.

Auf Entdeckungsreise rund um den Main

Nach der Begrüßung aller Teilnehmenden ging es dann auch direkt „aktif“ los: In insgesamt vier bunt zusammengewürfelten Gruppen wurden die Ufer, Brücken und Plätze der Würzburger Altstadt erkundet. Das Lösen der einschlägigen Rätsel zeigte schnell den gewünschten Effekt. Denn bei der Rallye kamen die einzelnen Mannschaften nicht nur den historischen Besonderheiten der Region auf die Spur. Auch das gegenseitige Kennenlernen untereinander wurde gezielt gefördert. Spätestens bei den Geschicklichkeitsspielen am „Alten Kranen“ zählte vor allem Teamwork: Zum Versetzen des „Turms von Hanoi“ und beim Bau einer „Bewässerungspipeline“ brauchte es Köpfchen und Geschick. Beim gemeinsamen Hochstapeln mussten die Mitglieder jeder einzelnen Gruppe zudem mit ruhiger Hand zusammen an einem Strang ziehen. Verlierer gab es keine, schließlich wurden am Ende alle mit einem guten Tropfen Silvaner vor der idyllischen Kulisse der alten Mainbrücke und der Festung Marienberg im Sonnenuntergang belohnt. Genauso genussvoll ging der Abend mit kulinarischen Köstlichkeiten in fester Form – vom fränkischen Schäufele bis hin zum Apfelstrudel – weiter. Abschließend übernahm dann der Würzburger Nachtwächter beim Zug durch die beleuchteten Gassen das Kommando und sorgte mit seiner Laute für einen unterhaltsamen Ausklang.

Von A wie AgNes bis X wie X-Rechnung

Weitaus weniger Entzücken löste bei den Teilnehmenden am zweiten Tag die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Status der energiewirtschaftlichen Gesetzgebungsverfahren aus. Anja Maier von AKTIF widmete sich in ihrem Vortrag den Themen AgNes (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom), MiSPeL (Marktintegration von Speichern und Ladepunkten), MaBiS-Hub (als zentrale Komponente des Festlegungsverfahrens zur zukünftigen Aggregation und Abrechnung bilanzierungsrelevanter Daten) sowie dem bisherigen Erkenntnisstand zu den Rahmen- und Methodenfestlegungen der Netzentgeltregulierung für Strom- und Gasnetze in Form des NEST-Prozesses. Partner und Rechtsanwalt Karsten Ahrens vom Beratungshaus ensight rückte darüber hinaus unter der Überschrift „Energierecht 2026 – Zwischen neuen Spielregeln, alten Problemen und offenen Fragen“ viele weitere regulatorische Eckpunkte und Unwägbarkeiten in Bezug auf EEG 2027 (Erneuerbare-Energien-Gesetz), Netzanschlusspaket, StromVKG (Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz), KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz), EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) und Wärmenetzpaket in den Fokus. Entlang der detaillierten Ausführungen des Fachanwalts wurde der von Geschäftsführer Lars Ehrler bereits in seinem Anfangsvortrag angesprochene „VUCA“-Eindruck der derzeitigen Marktsituation besonders deutlich.

All diesen Unsicherheitsfaktoren stellten Lars Ehrler und Katja Conrad in ihren Präsentationen die laufenden Vorbereitungen und zuletzt seitens AKTIF getätigten Investitionen in die Weiterentwicklung der bestehenden Energieprozesse entgegen. Insbesondere der Aufbau von Standard-Schnittstellen, die Unterstützung elektronischer Rechnungen und Single-Sign-On-Prozesse sorgen in dem Zusammenhang für Entlastung. Auch Aspekte wie die Einbindung von künstlicher Intelligenz und IT-Sicherheit wurden beleuchtet. Den Abschluss bildete die Präsentation von Vertriebsleiter Mario Weber zur aktuellen Bedarfssituation im Markt. Seine Feststellung: Vor allem Fragen rund um die Direktvermarktung spielen eine zentrale Rolle, vom Umgang mit Post-EEG-Anlagen bis hin zur Vermarktung von Speichern. Neben Akteuren aus dem Ausland mischen hier auch gestandene deutsche Energieversorger ganz neu mit und verankern das Thema Direktvermarktung zunehmend als strategisches Geschäftsfeld im Bereich Handel und Einkauf. Hier wird sich in den kommenden Monaten und Jahren aus AKTIF-Sicht noch vieles verändern, wobei sich die Kunden vor dem Hintergrund der VUCA-Szenarien von Energiehandel, -überwachung und -vertrieb auch weiterhin auf das AKTIF-Versprechen  verlassen können „Kümmern Sie sich um das Wesentliche, wir erledigen den Rest für Sie.“

Informatik Festival in Dresden – AKTIF ist dabei!

6 days ago

Aktuell läuft das Informatik Festival 2026 an der Technische Universität Dresden, und unsere Kollegin Silke Söldner sowie unser dualer Student Michael freuen sich auf spannende Gespräche, viele neue Gesichter und jede Menge Input rund um das Thema „Digitale Resilienz“.

Die beiden sind vor Ort, um interessierte (angehende) Studierende kennenzulernen, Fragen zu beantworten und zu zeigen, was Softwareentwicklung für die Energiewirtschaft eigentlich so besonders macht.

Ihr studiert Informatik (oder etwas ähnliches) und fragt euch, wie der Berufseinstieg aussehen könnte? Ihr wollt wissen, wie es ist, dual bei uns zu studieren? Oder einfach mal hören, an welchen Themen wir arbeiten?

Kommt vorbei, Silke und Michael freuen sich auf euch!

- TU Dresden, Andreas-Pfitzmann-Bau

- 22.–25. September 2026

AKTIFe Expertise im Fachmagazin r.energy

3 weeks ago

Vom Windpark zum eigenen Energieversorgungsgeschäft

Wer Windparks plant und baut, kennt ihr wirtschaftliches Potenzial meist besser als jeder andere. Immer mehr Projektierer gehen deshalb den nächsten Schritt und vermarkten den erzeugten Strom selbst. Der Weg dorthin führt allerdings mitten durch die energiewirtschaftlichen Prozesse, mit allen ihren Regeln, Fristen und Marktrollen.

In der neuen Ausgabe der r.energy zeigt unser Leiter Vertrieb Mario Weber, worauf es beim Einstieg ankommt:

- Der Zeitpunkt passt: fast 30.000 Onshore-Windenergieanlagen mit über 68 GW installierter Leistung, auslaufende EEG-Förderung, Neuprojekte zunehmend ohne Förderung und ein Repowering-Anteil von rund einem Drittel bei den 2025 neu ans Netz gegangenen Anlagen.

- Welche Geschäftsmodelle infrage kommen: von der geförderten Direktvermarktung im Marktprämienmodell über PPA bis zur Kombination mit Speichern, inklusive Arbitrage und zusätzlicher Erlöse am Regelenergiemarkt.

- Worauf es ankommt: Marktkommunikation, Prognose, Handel, Bilanzkreismanagement, Abrechnung samt Ausfallarbeit unter Redispatch 2.0, bis zur Überführung aller Energiedaten in die Finanzbuchhaltung.

- Wo die Hürden liegen: die hohe Zahl an Marktpartnern, regulatorische Besonderheiten, steigende Prozesskosten. Und ein oft unterschätztes Thema: die Liquidität, wenn Redispatch-Entschädigungen erst mit deutlicher Verzögerung eintreffen.

Den vollständigen Fachartikel gibt es in der aktuellen r.energy. Das E-Paper steht kostenlos zur Verfügung: https://issuu.com/docs/d7f71646fd63bd743ce5351940db9a1e

Sie kommen aus der Windenenergiebranche und denken über den Einstieg in die Direktvermarktung nach oder wollen Ihren Kunden Folgekonzepte über den Anlagenbau hinaus anbieten? Dann melden Sie sich gern direkt bei uns!

Mario Weber ist außerdem in wenigen Wochen auf der WindEnergy Hamburg anzutreffen und freut sich auf den Austausch mit Ihnen. Vereinbaren Sie direkt einen Termin unter https://aktif.energy/ueber-uns/termine/treffen-sie-mario-weber-auf-der-wind-energy/ oder per Mail an .

Firmenmeeting am 4. September 2026

3 weeks ago

Heute findet das dritte AKTIFe Firmenmeeting in diesem Jahr statt!

Der Stadthafen ist für uns längst ein fester Anlaufpunkt für unsere Events geworden. Auch heute versammelt sich so das gesamte Team zum dritten Firmenmeeting des Jahres, dieses Mal in der neuen Location FREIRAUM.Punkt.1.

Noch bis 14 Uhr erwartet uns eine volle Agenda:

- Aktuelles zum Unternehmen von unserem Geschäftsführer Lars Ehrler
- Neues aus Software & Projekten sowie dem Produktteam
- Eine kurze Datenschutzschulung
- Einblicke aus Dienstleistung, Vertrieb und Marketing
- Updates aus Personal & Recruiting
- Arbeitssicherheit und Brandschutz – mit anschließender Evakuierungsübung auf dem Firmengelände

Danke an alle, die heute vortragen sowie organisiert und für leckere Verpflegung gesorgt haben!

Webinar zum Oktober-Release

4 weeks ago

In wenigen Wochen ist es schon wieder Zeit für das neue Release des AKTIF®dataService. Für unsere Anwender gab es deshalb bereits heute das zugehörige Webinar mit allen Infos!

Der Markt steht nicht still: neue Formatversionen, angepasste Prozesse, geänderte Vorgaben. Jedes neue Release bildet genau das in unserer Software ab. Im Workshop zeigen wir, was sich konkret ändert und was unsere Kunden in Zukunft erwarten wird.

Was wir gemeinsam durchgehen:

- Was sich konkret in der Software ändert.

- Was das im Tagesgeschäft bedeutet, u.a. hinsichtlich der Änderungen bei der Fernsteuerbarkeit, sowie Anpassungen bei der Rechnungsprüfung, Abrechnung und Co.

Die zahlreichen Anpassungen erledigen wir wie immer im Hintergrund. Die gewohnten Abläufe unserer Kunden bleiben ungestört, die Schnittstellen laufen stabil und Sie können sich ganz auf Ihr Daily Business konzentrieren.

Sechs Monate bis zur E-world 2027

1 month ago

Heute in genau sechs Monaten sind wir wieder in Essen!

Vom 16. bis 18. Februar findet die E-world energy & water 2027 in Essen statt und AKTIF ist natürlich wieder mit dabei. Auch im kommenden Jahr werden wir hier unsere umfassende prozessuale Expertise präsentieren und den direkten Austausch zu den aktuellen Herausforderungen und Chancen hinsichtlich Energieversorgung, Direktvermarktung und Co. suchen.

Ein halbes Jahr vorher lohnt sich schon ein Blick auf das, was die Branche in Essen erwartet. Der Veranstalter meldet für 2027:

- Mehr Fläche: Die E-world belegt erstmals auch die Hallen 7 und 8

- Neues Schwerpunktthema „Resiliente Infrastrukturen“: von IT-Sicherheit und dem Schutz digitalisierter Netze über Versorgungssicherheit bis zu Klimaanpassung und kommunaler Planung.

- Bequemere Anreise: Zum ersten Mal öffnet der Eingang Ost – gute Nachrichten für alle, die mit dem ÖPNV kommen.

Alle Infos zur Messe selbst, inklusive Hallenplan 2027, gibt es hier: https://e-world-essen.com/

Wir freuen uns!

Bedarfsprognosen auf dem Prüfstand

1 month ago

Unser Geschäftsführer Lars Ehrler erläutert in der e|m|w wie wir in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg die Qualität unserer Reststromprognosen optimiert haben.

Plötzlich fließen null Kilowattstunden aus dem Netz – und die Lastprognose gerät ins Wanken.

Genau so ein Fall aus dem Anwenderalltag war für uns der Auslöser, das Thema Prognosequalität einmal wissenschaftlich zu durchleuchten. Das Ergebnis gibt es ab sofort in der aktuellen Ausgabe des energate-Magazins e|m|w nachzulesen. „Bedarfsprognosen auf dem Prüfstand“ lautet passenderweise der Titel des Fachbeitrags von unserem Geschäftsführer Lars Ehrler.

Der Hintergrund: Immer mehr Gewerbekunden und Haushalte erzeugen ihren Strom per PV-Anlage selbst. Für Energieversorger verändert das die Restbedarfsermittlung grundlegend. Klassische Lastprognosen stoßen hier zunehmend an ihre Grenzen.

Gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg sind wir der Frage nachgegangen, wie sich das lösen lässt. In seiner Masterarbeit hat Jonas Hoffmann, Student der Angewandten Mathematik, statistische Prognoseverfahren an realen Verbrauchsdaten getestet.

Was dabei herauskam:

- Schon relativ einfache statistische Verfahren liefern brauchbare Prognosen – vorausgesetzt, die Datenbasis ist stabil.

- In gleichmäßigen Monaten (etwa im Frühjahr) ist die Genauigkeit hoch, in Wintermonaten mit Lastspitzen wird es deutlich anspruchsvoller.

- Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Temperatur und Restbedarf ließ sich nicht nachweisen – betriebliche Effekte wiegen oft schwerer als das Wetter.

- Bei Kunden mit eigener PV-Erzeugung lohnt es sich, Restbedarf und Eigenproduktion getrennt zu betrachten.

Für Energieversorger, Direktvermarkter und Bilanzkreisverantwortliche steckt darin ein handfester Ansatzpunkt, mit dem sich Prognosefehler reduzieren und die Beschaffungsplanung stabilisieren lassen.

Und noch etwas nehmen wir mit: Die enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis zahlt sich für beide Seiten aus. Studierende arbeiten an echten Fragestellungen des Energiemarktes, wir gewinnen wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer Lösungen.

Den vollständigen Beitrag aus der aktuellen Ausgabe der e|m|w gibt es hier: 

Dynamische Abrechnungsmodelle als Basis für Energy Sharing

3 months ago

Unser Leiter Vertrieb Mario Weber antwortet auf eine Anfrage der ZfK

Im Zuge einer Anfrage der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) gab unser Leiter Vertrieb Mario Weber kürzlich seine Einschätzungen zum Thema Energy Sharing ab. Klar ist: Das Konzept hat Potenzial, aktuell gibt es jedoch noch einige Hürden für die Umsetzung. Den ganzen Artikel, in den seine Antworten eingeflossen sind, gibt es hier zum Nachlesen (hinter Paywall): https://www.zfk.de/digitalisierung/woran-es-beim-energy-sharing-aktuell-noch-hakt

1.    Wie bewertet AKTIF den aktuellen Umsetzungsstand von Energy Sharing aus Sicht der Marktkommunikation und IT-Systeme?

Man muss bei der Bewertung zwei Fälle klar trennen. Werden alle Beteiligten vom selben Lieferanten beliefert oder nicht? Haben alle denselben Lieferanten, ist die Umsetzung schon heute kein großes Problem, weil alle Mengen in einem Bilanzkreis zusammenlaufen. Sobald die Lieferanten getrennt sind, ist Energy Sharing ohne die passende Messtechnik jedoch schlicht nicht möglich. Genau hier liegt die zentrale Grundvoraussetzung: der Smart-Meter-Rollout. Und da steht Deutschland im internationalen Vergleich mit einstelligen Prozentwerten leider noch ganz am Anfang. Solange die intelligenten Messsysteme fehlen, bleibt vieles Theorie.

2.    Welche Marktprozesse und Datenflüsse sind aus Ihrer Sicht besonders betroffen, wenn Strom künftig zwischen einer erzeugenden und einer oder mehreren verbrauchenden Marktlokationen geteilt wird?

Für das Energy Sharing sollen ja keine gesonderten Marktkommunikationsprozesse geschaffen werden, man setzt hier auf die bestehenden Abläufe. Bei der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung nach § 42b EnWG nimmt der Vermieter auch keine Marktrolle als Lieferant ein, sondern regelt das Sharing über den Mietvertrag. Die eigentliche Aufteilung der Mengen muss dann über den Netzbetreiber laufen, der dafür ein Portal bereitstellen soll – was bislang aber noch nicht gängig ist. Beim Energy Sharing nach § 42c EnWG, etwa wenn ein Vater seine Tochter an einem anderen Ort mitversorgt, kommt allerdings ein zusätzlicher Datenfluss hinzu: Der Reststromlieferant muss über die gesharten Mengen informiert werden, sonst kann er nicht korrekt abrechnen.

3.    Welche Anpassungen werden bei Marktkommunikation, Schnittstellen und Datenformaten voraussichtlich nötig?

Bei den Datenformaten sehen wir keinen Bedarf für Änderungen. Bestehende Formate wie MSCONS oder EDIFACT reichen für die Abbildung aus, neue Formate braucht es dafür nicht. Die eigentlichen Anpassungen liegen eher in den Prozessen: Es muss sichergestellt sein, dass die Mengeninformationen zuverlässig zwischen den Marktpartnern fließen, insbesondere die Information an den Reststromlieferanten über die gesharten Mengen.

4.    Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für ERP-, Abrechnungs-, Marktkommunikations- und Messsysteme?

Die größte Herausforderung ist die Abbildung und Berechnung der Umverteilungen in den Systemen. Die Abrechnungsmodelle müssen dynamisch werden und mit Zeitreihen umgehen können – das ist ein deutlicher Unterschied zur klassischen Abrechnung. Hinzu kommt eine bislang ungeklärte rechtliche Frage: Wenn gesharter Strom über das öffentliche Netz fließt, ist offen, wer die Netznutzung sowie die damit verbundenen Kosten und Risiken trägt. Solange das nicht geklärt ist, fehlt eine verlässliche Grundlage.

5.    Welche Rolle spielen Berechnungsformeln, Verwendungszwecke und die Zuordnung von Marktlokationen für die praktische Umsetzung?

Sie sind der Kern der praktischen Umsetzung. Entscheidend ist, dass die Systeme sauber abbilden, welche Menge von welcher erzeugenden Marktlokation an welche verbrauchende Marktlokation geteilt wird – und das über Zeitreihen hinweg. Über die Zuordnung und die Verwendungszwecke entscheidet sich, welche Mengen als gesharte Mengen und welche als Reststrom behandelt werden. Ist diese Berechnung sauber definiert, lassen sich die Umverteilungen auch korrekt abrechnen. Ist sie es nicht, wird es in der Praxis schnell unübersichtlich.

6.    Wie aufwendig dürfte die Abgrenzung zwischen Energy-Sharing-Mengen und Reststrommengen in der Praxis werden?

Der Aufwand hängt stark davon ab, ob die Abrechnungssysteme bereits dynamisch mit Zeitreihen arbeiten. Die Abgrenzung selbst ist im Prinzip klar – aus der gemessenen Gesamtmenge wird die gesharte Menge herausgerechnet, der Rest ist Reststrommenge –, aber sie muss eben auf Viertelstundenbasis erfolgen, und der Reststromlieferant muss die entsprechenden Mengen erhalten. Wo Systeme das heute schon können, ist es beherrschbar. Wo nicht, wird es aufwendig.

7.    Besteht aus Ihrer Sicht die Gefahr, dass Energy Sharing zunächst rechtlich möglich ist, aber systemseitig noch nicht durchgängig standardisiert abgebildet werden kann?

Diese Gefahr sehen wir klar. Energy Sharing kann rechtlich möglich werden und in der Praxis trotzdem an der fehlenden Standardisierung und an den noch nicht existierenden Portalen der Netzbetreiber scheitern. Dazu kommt die offene Frage der Netznutzung und der Kostentragung. Rechtlicher Rahmen und systemseitige Umsetzbarkeit laufen hier derzeit auseinander.

8.    Was sollten Stadtwerke, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber bereits jetzt vorbereiten, um nicht von den kommenden Anforderungen überrascht zu werden?

An erster Stelle steht für Stadtwerke und Netzbetreiber, den Smart-Meter-Rollout konsequent voranzutreiben – ohne flächendeckende Messtechnik bleibt alles andere Stückwerk. Zweitens sollten die Abrechnungssysteme daraufhin geprüft werden, ob sie bereits dynamisch mit Zeitreihen arbeiten können, viele Häuser setzen hier ja schon entsprechende Lösungen ein. Und Netzbetreiber sollten die Bereitstellung der nötigen Portale für die Mengenaufteilung frühzeitig einplanen.
 

Der fachkundige Weg in die Direktvermarktung und Energieversorgung

5 months ago

AKTIF eröffnet EE-Anlagenbetreibern, Projektierern und Bürgerenergiegenossenschaften die Welt des Energievertriebs

The smarter E Europe, 23. bis 25. Juni 2026 in München – Halle B5, Stand 656

Unter dem Motto „Werden Sie Ihr eigener Energieversorger“ zeigt die AKTIF-Unternehmensgruppe auf der diesjährigen „The smarter E“ in München, wie sich mit der richtigen Unterstützung bei der Umsetzung der erforderlichen Geschäftsprozesse neue Erlöspotenziale erschließen lassen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Betreiber von Post-EEG-Anlagen, Projektierer von PV- und Windkraftanlagen sowie regionale und kommunale Energiegenossenschaften. Gemeinsam ist ihnen eine zentrale Frage: Wie lässt sich aus möglicher Erzeugung mehr Wertschöpfung machen – ohne an der Komplexität des Energiemarkts zu scheitern?

„Für viele Unternehmen, die auch als Aussteller auf der Messe in München vertreten sind, bietet der Energiemarkt spannende Chancen, um das eigene Geschäftsmodell sinnvoll zu erweitern“, so Mario Weber, Leiter Vertrieb der AKTIF-Unternehmensgruppe. „Ein Einstieg in den Energievertrieb oder die Direktvermarktung ist oftmals naheliegend und klingt attraktiv, allerdings dürfen dabei die spezifischen operativen und regulatorischen Herausforderungen nicht vergessen werden. Marktkommunikation, Abrechnung und Redispatch sind für viele neue, aber auch für etablierte Akteure die eigentliche Hürde. Genau hier setzen wir an: Wir ermöglichen unseren Kunden, ihr Geschäftsmodell selbst aufzubauen und weiterzuentwickeln – und nehmen ihnen alles ab, was unnötig komplex ist.“

AKTIF smart&easy: Energiewirtschaftliche Prozesse „as a Service“
Im Zuge dessen spielt die „AKTIF smart&easy“-Plattform besondere Stärken aus. Diese baut auf der seit vielen Jahren bewährten Energielogistiksoftware „AKTIF®dataService“ auf und ermöglicht die Abbildung des weitreichenden energiewirtschaftlichen Prozessspektrums im Rahmen eines Full-Service-Modells. Gerade für Erzeuger erneuerbarer Energien, Projektentwickler und regionale Akteure, die sich die Energiewirtschaft gezielt zu eigen machen wollen, kann diese Unterstützung zum entscheidenden Sprungbrett werden.

Post-EEG-Betreiber – vom Förderende zur unternehmerischen Entscheidung
Handlungsdruck erkennt AKTIF unter anderem bei Betreibern von Wind- und PV-Parks, deren Anlagen nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Deren bisheriges Geschäftsmodell läuft aus, zugleich greift die Pflicht zur Direktvermarktung. Damit stehen viele einschlägige Akteure vor einer strategischen Entscheidung: den Park vollständig an einen etablierten Direktvermarkter übergeben oder die eigene Wertschöpfungstiefe erhöhen und selbst aktiv werden. Letzteres kann mit dem richtigen Partner ein vielversprechender Weg sein. 

Projektierer – vom Anlagenbau zum ganzheitlichen Energiekonzept
Ähnlich gestaltet sich die Situation für Projektierer von Erneuerbare-Energien-Anlagen, die ihr Angebotsspektrum gezielt erweitern möchten. Statt sich auf Planung und Errichtung von Erzeugungsanlagen zu beschränken, wächst der Bedarf, Kunden direkt ein nutzbares Folgekonzept mitzuliefern: etwa für Eigenversorgung, Spitzenlastreduzierung, CO₂-Bilanzierung, PPAs oder die Vermarktung von Überschussmengen. Für Industrie, Gewerbe und andere stromintensive Abnehmer wird damit aus einer Erzeugungsanlage ein deutlich spannenderes Investitionsobjekt. Projektierer können sich stärker differenzieren, ihre Kundenbindung vertiefen und zusätzliche Erlösquellen erschließen, beispielsweise durch die Integration von Ladeinfrastruktur, Batteriespeichern oder Flexibilitätsmodellen.

Energiegenossenschaften – Wertschöpfung für die Region
Für Energiegenossenschaften, Gemeinden und Regionalwerke steht weniger die Maximierung kurzfristiger Rendite im Vordergrund als vielmehr die nachhaltige Stärkung regionaler Wertschöpfung. Statt Flächen ausschließlich Dritten zu überlassen, wächst bei vielen Kommunen das Interesse, Energieversorgung langfristig selbst zu gestalten – zunächst für kommunale Einrichtungen, perspektivisch auch für Haushalte, Gewerbe oder benachbarte Gemeinden. Die zusätzlichen Einnahmen können dann eingesetzt werden, um die Lebensqualität vor Ort zu steigern, etwa durch Investitionen in Kultur, Sport, Infrastruktur und Gemeinschaft. Genau deshalb kommt es auch in diesem Fall darauf an, die wirtschaftlichen Potenziale realistisch und zugleich umsetzbar aufzuzeigen.

Unabhängig davon, wie unterschiedlich die Gründe für einen Einstieg in das Geschäftsmodell der Energieversorgung ausfallen: Eine saubere Abbildung der damit einhergehenden Marktprozesse und Aufgaben wird zum wichtigen Weichensteller. Wie AKTIF hierbei unterstützen kann, zeigt das Team zur Messe in München am Stand 656 in Halle B5 – entlang des Kundenversprechens: „Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, wir erledigen den Rest für Sie“.

Noch drei Monate bis zur Smarter E 2026

6 months ago

Noch genau drei Monate bis zur The smarter E!

Am 23. Juni 2026 öffnet mit der Smarter E Europas größte Messeallianz für die Energiewirtschaft wieder in München ihre Tore, erstmals ist Dienstag der erste Messetag. Und AKTIF ist selbstverständlich auch in diesem Jahr dabei.

Für uns ist die Messe längst fester Bestandteil im Kalender. Seit Jahren nutzen wir die Plattform, um mit Kunden, Partnern und Interessenten ins Gespräch zu kommen – über Direktvermarktung, Marktkommunikation, Abrechnung und alles, was den Energiemarkt von morgen bewegt.

Was wir dieses Jahr im Gepäck haben? Dazu in den kommenden Wochen mehr. Nur so viel: Es lohnt sich, vorbeizuschauen!

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